Austausch des Okularauszugs (OAZ) am Skywatcher-Dobson.

Ein neuer OAZ muss her!

Seit einiger Zeit habe ich mich nach einem besseren Okularauszug (OAZ) für meinen 6“ Skywatcher Dobson gesucht. Bei dem im Lieferzustand montierten Okularauszug handelt es ich um einen Zahnstangenauszug. Eine Besonderheit bei diesem Skywatcher OAZ ist der Innendurchmesser von 56mm. Dies erfordert einen einen Adapter in dem man die Okulare einsetzten kann. Diese Adapter gibt es in einer 2“ und 1 1/4“ Variante. Bei meinen Skywatcher Dobson war nur die letztere mit dabei. Für Einsteiger die 1 1/4“ Okulare verwenden ist der Auszug nicht schlecht und zumindest besser wie die Kunststoffauszüge wie man sie an den Discounter-Teleskopen findet. Auch mit 2“ Okularen macht das Beobachten Spaß, auch wenn man mittels der Spannungsjustierung den Okularauszug schwergängiger macht, um ein durchrutschen zu vermeiden. Leider hat die Spannungsjustierung bei diesem OAZ den ärgerlichen Nebeneffekt des Shiftings;- der OAZ kippt leicht beim verstellen der Fokussierung. Gerade bei großen Vergrößerungen oder wenn ich meine Webcam am OAZ verwende läuft das Objekt aus dem Sichtfeld sobald ich die Schärfe nachstelle.

Bild Skywatcher OAZ

Der original Skywatcher Okularauszug.

Auf der AME 2013 habe ich dann gefunden, wonach ich gesucht habe. Einen gebrauchten stabilen 2“ Linearauszug mit einer 1:10 Feinuntersetzung und das ganze zu 1/5 des Neupreises. Perfekt! Im Gegensatz zu einer Zahnstange hat dieser OAZ eine kugelgelagerte Metallschiene die das Shifting, also das Kippen beim Fokussieren verhindert.

Bild OAZ

Mein neuer Linearauszug mit 1:10 Untersetzung.

 

Bild: Laufschiene

Die kugelgelagerte Laufschiene.

 Der Umbau

Zunächst habe ich geprüft, ob ich meine 2“ Okulare mit meinem neuen OAZ überhaupt in die Bildebene bei Objektentfernung von unendlich bekomme. Hierzu habe ich einen Stern Fokussiert und den Abstand vom Tubusblech zum Okularuszugende gemessen. Da mein neuer OAZ keinen 2“-Adapter benötigt liegt die Bildebene hier außerhalb des OAZ. Deshalb muss ich eine 2“ Verlängerungshülse verwenden. Bei meinen Hyperion-Okularen (5mm/10mm/17mm) ist die Verlängerungshülse 50mm lang. Bei meine TS 38mm Okular benötige ich eine 35mm Verlängerungshülse.

Nun zum Umbau des Okularauszuges an meinem 6“ Skywatcher Dobson. Zunächst wird der Fangspiegel und Hauptspiegel ausgebaut. Bei den Arbeiten am Tubus entstehen Späne und ich will die Optik nicht beschädigen. Zuedem bot sich hier auch eine Reinigung der Spiegel an, die durch häufigen Einsatzt doch recht verstaubt waren.

Bild Spiegel

Der Hauptspiegel und Fangspiegel.

Danach habe ich den alten OAZ und auch die Klemmschiene vom Sucher abgeschraubt.

Bild Tubus

Tubus ohne OAZ und Sucherschuh.

Der Durchmesser meines neuen OAZ ist größer wie der vom alten. Hier wird schnell der Durchmesser gemessen und eine passende Papierschablone hergestellt.

Bild OAZ-Schablone

Die OAZ Papierschablone.

Die Papierschablone habe ich mit Klebestreifen fixiert und mit einem CD-Marker den neuen OAZ-Kreis auf den Tubus gezeichnet.

Bild Papierschablone

Die Papierschablone auf dem Telekoptubus.

Mit einer Radien-Blechschere wird weiter gearbeitet. Das geht recht flott. Ein mal rund herum und die Öffnung ist passend für den neuen OAZ. Im Anschluss werden die Schnittkanten sauber abgeschliffen.

Bild Blecharbeiten

Mit der Radienblechschere wird die Öffnung bearbeitet.

Bild Schleifen

Die scharfe Kante wird abgeschliffen.

der neue OAZ benötigt neue Löcher für die Schrauben. Bei dem nächsten Bild sieht man die neuen und die alten Bohrungen.

Bild Bohrungen

Die neuen Bohrungen.

Als nächstes habe ich die Schnittkante und die Bohrungen geschwärzt damit die Kanten vov Feuchtigkeit und somit vor Rostbildung geschützt sind.

Bild Schwärzen

Das Schwärzen der Schnittkante.

Der Tubus-Durchmesser meines 6“ Dobsens hat einen kleineren Radius als der von OAZ. Dadurch kommt es dass die Kanten des OAZ nicht die Tubuswand berühren. Um dies auszugleichen gibt es

Tubusadapter wie sie zum Beispiel bei Astroshop.de angeboten werden. Ich habe mich für eine einfache Selbstbaulösung entschieden. Hierzu habe ich pro Bohrung zwei passende Unterlegscheiben mit Alleskleber fixiert. Dies verhindert später ein Verrutschen der Unterlegscheiben beim Einbau.

Bild Unterlegscheiben

Die fesgeklebten Unterlegscheiben am OAZ.

Hier sieht man den OAZ vor dem Einbau.

Bild OAZ vor dem Einabu

Der OAZ kurz vor dem Einbau.

Der Tubus wird über den OAZ gelegt uns im Anschluss verschraubt. Auch hier habe ich die Schrauben mit schwarzer Farbe angemalt.

Bild Tubus auf OAZ

Der Tubus liegt auf dem OAZ.

Bild Schrauben

Auch die Schrauben wurden geschwärzt.

Deutlich kann man hier erkennen dass der OAZ vom Radius nicht passt. Durch die Unterlegscheiben wird verhindert dass sich der Tubus zu sehr durch das Festschrauben verformt.

Bild Spalt

Deutlich ist der Spalt zu erkennen.

Als nächstes werden die Spalten rund um den OAZ verdeckt. Eine pfiffige Lösung ist hier ein Aluminium-Klebeband; man bekommt es im jedem Baumarkt. Das Aluminium-Klebeband bietet einige Vorteile am Teleskop. Zum einen ist es wasserdicht, rostfrei und Lichtundurchlässig, zum anderen ist es super leicht zu verarbeiten. Einfach Aufkleben und mit einem Cutter abschneiden. Fix noch den Haupt- und Fangspiegel eingebaut und die Optik justiert. Dann ist der OAZ fertig eingebaut.

Bild Alutape

Anbringen des Aluminium Klebebandes.

 

Bild OAZ fertig

Der fertig eingebaute OAZ.

Bild OAZ mit Okular

Hier der OAZ mit verlängerungshülse und Okular.

Der neue OAZ hat mir im Vergleich zum alten OAZ schon viel Freude bereitet. Gerade auf die Untersetzung möchte ich bei Verwendung von kurzbrennweitigen Okularen nicht mehr verzichten!

 

 

Kategorie(n): Selbstbau

2 Antworten auf Austausch des Okularauszugs (OAZ) am Skywatcher-Dobson.

  1. Toller Beitrag Smilie: :) Ich würde mich da nicht drüber trauen. (Habe zwei linke Hände). Aber Respekt wie du das gezaubert hast!

  2. Das sieht aber ganz schön nach Arbeit aus. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Fernglas mit hohem Zoom und Stativ für die astrobeobachtung ausreichen kann. Vielleicht kannst du hier die nötigen Informationen bekommen:

    http://www.fernglasinfo.de/anwendungsbereiche/astronomie-fernglas/

    Lieben Gruß und mach so weiter.
    Peter