Interstellarum: Astro-Tagebücher im Netz

Heute fand ich im Briefkasten die frisch gedruckte Ausgabe von Interstellarum Nr. 95 August/September. Die Zeitschrift aus dem Oculum-Verlag bietet viele Beiträge für die praktische Astronomie was für mich besonders interessant ist. Wer möchte kann hier einen Blick auf das Heft werfen und ein wenig online darin blättern: Interstellarum-Vorschau

Auf der Seite 68 in der aktuellen Ausgabe findet man den Artikel „Astro-Tagebücher im Netz“ in dem über die deutschsprachige Astro-Blogsphäre berichtet wird. Herje und mein Blog wird auch gleich als erster erwähnt. Dabei habe ich ihn die letzten Monate doch etwas vernachlässigt und auch nicht aufgeräumt. Ich gelobe Besserung!  Danke an Stefan Gotthold (siehe Clear Sky-Blog)  für die Erwähnung meines Astronomieblogs in dem Interstellaum Artikel.

 

 

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Austausch des Okularauszugs (OAZ) am Skywatcher-Dobson.

Ein neuer OAZ muss her!

Seit einiger Zeit habe ich mich nach einem besseren Okularauszug (OAZ) für meinen 6“ Skywatcher Dobson gesucht. Bei dem im Lieferzustand montierten Okularauszug handelt es ich um einen Zahnstangenauszug. Eine Besonderheit bei diesem Skywatcher OAZ ist der Innendurchmesser von 56mm. Dies erfordert einen einen Adapter in dem man die Okulare einsetzten kann. Diese Adapter gibt es in einer 2“ und 1 1/4“ Variante. Bei meinen Skywatcher Dobson war nur die letztere mit dabei. Für Einsteiger die 1 1/4“ Okulare verwenden ist der Auszug nicht schlecht und zumindest besser wie die Kunststoffauszüge wie man sie an den Discounter-Teleskopen findet. Auch mit 2“ Okularen macht das Beobachten Spaß, auch wenn man mittels der Spannungsjustierung den Okularauszug schwergängiger macht, um ein durchrutschen zu vermeiden. Leider hat die Spannungsjustierung bei diesem OAZ den ärgerlichen Nebeneffekt des Shiftings;- der OAZ kippt leicht beim verstellen der Fokussierung. Gerade bei großen Vergrößerungen oder wenn ich meine Webcam am OAZ verwende läuft das Objekt aus dem Sichtfeld sobald ich die Schärfe nachstelle.

Bild Skywatcher OAZ

Der original Skywatcher Okularauszug.

Auf der AME 2013 habe ich dann gefunden, wonach ich gesucht habe. Einen gebrauchten stabilen 2“ Linearauszug mit einer 1:10 Feinuntersetzung und das ganze zu 1/5 des Neupreises. Perfekt! Im Gegensatz zu einer Zahnstange hat dieser OAZ eine kugelgelagerte Metallschiene die das Shifting, also das Kippen beim Fokussieren verhindert.

Bild OAZ

Mein neuer Linearauszug mit 1:10 Untersetzung.

 

Bild: Laufschiene

Die kugelgelagerte Laufschiene.

 Der Umbau

Zunächst habe ich geprüft, ob ich meine 2“ Okulare mit meinem neuen OAZ überhaupt in die Bildebene bei Objektentfernung von unendlich bekomme. Hierzu habe ich einen Stern Fokussiert und den Abstand vom Tubusblech zum Okularuszugende gemessen. Da mein neuer OAZ keinen 2“-Adapter benötigt liegt die Bildebene hier außerhalb des OAZ. Deshalb muss ich eine 2“ Verlängerungshülse verwenden. Bei meinen Hyperion-Okularen (5mm/10mm/17mm) ist die Verlängerungshülse 50mm lang. Bei meine TS 38mm Okular benötige ich eine 35mm Verlängerungshülse.

Nun zum Umbau des Okularauszuges an meinem 6“ Skywatcher Dobson. Zunächst wird der Fangspiegel und Hauptspiegel ausgebaut. Bei den Arbeiten am Tubus entstehen Späne und ich will die Optik nicht beschädigen. Zuedem bot sich hier auch eine Reinigung der Spiegel an, die durch häufigen Einsatzt doch recht verstaubt waren.

Bild Spiegel

Der Hauptspiegel und Fangspiegel.

Danach habe ich den alten OAZ und auch die Klemmschiene vom Sucher abgeschraubt.

Bild Tubus

Tubus ohne OAZ und Sucherschuh.

Der Durchmesser meines neuen OAZ ist größer wie der vom alten. Hier wird schnell der Durchmesser gemessen und eine passende Papierschablone hergestellt.

Bild OAZ-Schablone

Die OAZ Papierschablone.

Die Papierschablone habe ich mit Klebestreifen fixiert und mit einem CD-Marker den neuen OAZ-Kreis auf den Tubus gezeichnet.

Bild Papierschablone

Die Papierschablone auf dem Telekoptubus.

Mit einer Radien-Blechschere wird weiter gearbeitet. Das geht recht flott. Ein mal rund herum und die Öffnung ist passend für den neuen OAZ. Im Anschluss werden die Schnittkanten sauber abgeschliffen.

Bild Blecharbeiten

Mit der Radienblechschere wird die Öffnung bearbeitet.

Bild Schleifen

Die scharfe Kante wird abgeschliffen.

der neue OAZ benötigt neue Löcher für die Schrauben. Bei dem nächsten Bild sieht man die neuen und die alten Bohrungen.

Bild Bohrungen

Die neuen Bohrungen.

Als nächstes habe ich die Schnittkante und die Bohrungen geschwärzt damit die Kanten vov Feuchtigkeit und somit vor Rostbildung geschützt sind.

Bild Schwärzen

Das Schwärzen der Schnittkante.

Der Tubus-Durchmesser meines 6“ Dobsens hat einen kleineren Radius als der von OAZ. Dadurch kommt es dass die Kanten des OAZ nicht die Tubuswand berühren. Um dies auszugleichen gibt es

Tubusadapter wie sie zum Beispiel bei Astroshop.de angeboten werden. Ich habe mich für eine einfache Selbstbaulösung entschieden. Hierzu habe ich pro Bohrung zwei passende Unterlegscheiben mit Alleskleber fixiert. Dies verhindert später ein Verrutschen der Unterlegscheiben beim Einbau.

Bild Unterlegscheiben

Die fesgeklebten Unterlegscheiben am OAZ.

Hier sieht man den OAZ vor dem Einbau.

Bild OAZ vor dem Einabu

Der OAZ kurz vor dem Einbau.

Der Tubus wird über den OAZ gelegt uns im Anschluss verschraubt. Auch hier habe ich die Schrauben mit schwarzer Farbe angemalt.

Bild Tubus auf OAZ

Der Tubus liegt auf dem OAZ.

Bild Schrauben

Auch die Schrauben wurden geschwärzt.

Deutlich kann man hier erkennen dass der OAZ vom Radius nicht passt. Durch die Unterlegscheiben wird verhindert dass sich der Tubus zu sehr durch das Festschrauben verformt.

Bild Spalt

Deutlich ist der Spalt zu erkennen.

Als nächstes werden die Spalten rund um den OAZ verdeckt. Eine pfiffige Lösung ist hier ein Aluminium-Klebeband; man bekommt es im jedem Baumarkt. Das Aluminium-Klebeband bietet einige Vorteile am Teleskop. Zum einen ist es wasserdicht, rostfrei und Lichtundurchlässig, zum anderen ist es super leicht zu verarbeiten. Einfach Aufkleben und mit einem Cutter abschneiden. Fix noch den Haupt- und Fangspiegel eingebaut und die Optik justiert. Dann ist der OAZ fertig eingebaut.

Bild Alutape

Anbringen des Aluminium Klebebandes.

 

Bild OAZ fertig

Der fertig eingebaute OAZ.

Bild OAZ mit Okular

Hier der OAZ mit verlängerungshülse und Okular.

Der neue OAZ hat mir im Vergleich zum alten OAZ schon viel Freude bereitet. Gerade auf die Untersetzung möchte ich bei Verwendung von kurzbrennweitigen Okularen nicht mehr verzichten!

 

 

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ISON, die zweite Beobachtung

Am 12.11.2013 konnte ich ISON C/2012 S1 zum zweiten mal beobachten. Früh morgens um 4:30h habe ich einen Blick aus dem Fenster gewagt. Nebelschwaden in Offenburg wie es sie oft im November gibt. Hoch am Himmel kämpfte sich Jupiter durch den Nebel. Es war für mich eine Versuch wert. Schnell meinen Feldstecher und dan Sykwatcher 150mm/1200mm Dobson eingepackt und auf nach Zell-Weierbach. Kurz vor Zell-Weierbach lichtete sich der Nebel schon. An dem Beobachtungsort angekommen hatte ich eine klaren Himmel über mir. Die Temperatur lag bei -1 C°. Im Gras und an den Reben glitzerten Eiskristalle. Fluchs meinen Dobson aufgestellt und mit dem 11×70 Feldstecher den Kometen im Sternbild Jungfrau gesucht. Es war nicht schwer ihn zu finden. Er hatte eine Höhe von rund 14° nahe dem Doppelstern HIP 60749 A. Im Teleskop konnte ich einen schwachen Schweif erkennen. Er hat für mich eine subjektive Helligkeit von 8m5. Ich habe hier ein Screenshot aus Stellarium, worin ich den Kometen eingezeichnet habe.

Bild Okularansicht von ISON

ISON mit meinem 17mm Baader Hyperion Okular

Jetzt heißt es Daumen drücken, damit das Wetter mitspielt und es noch viele Beobachtungsmöglichkeiten gibt.

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Hallo ISON!

Heute Morgen gegen 5:15h konnte ich den Kometen C/2012 S1 (ISON) beobachten. Es war bereits der dritte Anlauf, den ich dafür aufbrachte. Alle Beobachtungen habe ich in Zell-Weierbach durchgeführt. Meine Beobachtungsgeräte waren ein 150mm/120mm Dobsen und ein 11x70mm Feldstecher.

Der erste Versuch fand am 19.10.2013 statt; ca. vier Stunden nach Vollmond welcher bei der Beobachtung noch am Himmel befand. ISON war nicht aufzufinden. Der zweite Versuch startete ich am 30.10. Der Himmel zog sich gerade zu, nachdem ich das Teleskop in Stellung gebracht habe und bemerken musste, dass mein Feldstecher nicht eingepackt war. Ganze 15 Minuten Beobachtungszeit blieben mir um den Kometen zu suchen. Leider vergebens.

Heute dann der nächste Versuch. Ein kurzer Blick um 4:30h aus dem Fenster um die Wetterlage zu sehen. Passt! Also raus in die Weinreben und das Teleskop aufgebaut. ISON war um 5:00h ca. 21° über dem leicht diesigen Horizont. Zunächst der Versuch den Kometen mit dem Feldstecher zu sehen. Ich war enttäuscht, als mir dies nicht gelang. Es sollte doch möglich sein. ISON sollte bereits eine Helligkeit von unter 8m0 haben. Danach habe ich die Suche anhand von Aufsuchkarte und dem Dobsen weitergeführt, ISON sollte sich nähe 89 LEO befinden. Und da war er auch; – ein kleines rundes Nebelscheibchen.

 

Screenshot aus Stellarium

Screenshot aus Stellarium

ISON war wie hin gehaucht im 38mm Okular zu sehen. Anhand von nahen Sternen im Gesichtsfeld erschien mir der Komet am ehesten mit einer Helligkeit 10m0 vergleichbar. Da ich ihn nun gesehen habe versuchte ich ISON erneut mit dem Felsstecher zu finden. Mit abgestützten Ellenbogen war dann auch dies möglich. Mit dem Sucher am Dobsen (8×50) war er jedoch nicht zu sehen.

 

Für alle die nun auch Lust auf die Suche nach ISON haben kann ich eine spezielle ISON-Webseite vom Oculum-Verlag empfehlen. Neben Grundlagen zu Kometen und Beobachtungstipps gefällt mir die Rubrik „Fahrplan“ mit seinen Auffindkarten am besten. Unbedingt mal dort Vorbeischauen. Die Informationen von dieser Website gibt es auch in Druckform vom Oculum-Verlag als 64 seitiges Heft. Ich habe es mir geholt da es auf gutem beschichteten Papier gedruckt ist und man eine schöne Erinnerung an ISON hat, wenn er mal vorbei gezogen ist. Hier kann man es kaufen:

Ich freue mich schon riesig auf die weitere Beobachtung von ISON und bin gespannt auf dessen weitere Helligkeitsentwicklung. Ob die Prognosen zutreffen und ISON ab Mitte November mit bloßem Auge zu sehen sein wird?

 

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Rückblick auf die Astromomiemesse AME 2013

Hier ist ein kleiner Rückblick auf die AME 2013, die Astronomie-Messe die am 14.09.2013 auf dem Messegelände in Villingen-Schwenningen statt fand. Auf der jährlich stattfindenden AME fiebert wohl jeder Amateurastronom hin; einige sprechen auch von der jährlichen „Pilgerfahrt“ nach Villingen-Schwenningen.

Bereits 30 Minuten vor Öffnung der Messe war ich mit dem Vorstand des Astronomie Vereins Ortenau am Einlass. Leider war es leicht regnerisch an dem Tag, so dass im Außenbereich keine Sonnenteleskope aufgestellt wurden. Letztes Jahr war es besser; man konnte dort prima die Sonne beobachten. So fand das Treiben also in den beiden Hallen statt wo man gleich von jeden Mengen an Teleskopen empfangen wurde. Hier einige Impressionen.

Bild AME 2013

AME 2013

Bild AME 2013

AME 2013

Bild AME 2013

AME 2013

Bild AME 2013

AME 2013

Bild AME 2013

AME 2013

Neben namhaften Teleskop- und Zubehöranbietern waren auch Verlage und Vereine vor Ort. Sehr gefallen hat mir das Spiegelschleifen von den Schwarzwälder Sternfreunden. Hier konnte man auch selbst Handanlegen. Super.

Bild Spiegelschleifen

Spiegelschleifen bei den Schwarzwälder Sternfreunden

Auch interessante Vorträge wurden für das Publikum präsentiert. Für mich war der Vortrag über die größten Teleskope der Welt von Joachim Biefang am interessantesten.

Bild AME 2013

Der Vortragsraum auf der AME 2013

Die AME 2013 war eine Verkaufsmesse. Dies hat für den Amateurastronom den Vorteil dass man vieles vordem Kauf prüfen kann und den Nachteil dass der Geldbeutel schnell an Dicke verliert. Bei mir war dies nicht anders. Die eine oder andere Kleinigkeit habe ich mir schon gegönnt. Angefangen habe ich mit zwei gebrauchten 1 ¼“ Filtern, die ich von einem Freiburger Sternfreund abgekauft habe. Es ist ein UHC-Filter und ein OIII-Filter. Mit meinem 150mm-Dobson kann ich mit dem UHC-Filter Punkten. Der OIII-Filter dunkelt zu stark ab.

Bild Okularfilter UHC und OIII

Okularfilter UHC und OIII, 1,24″

 

Bei Teleskop-Service.de habe ich mir ein 2“ 38mm/70° Weitwinkelokular erworben. Die Brennweite vom 38mm ergänzt meine Baader-Hyperion-Okularserie (5mm, 10mm und 17mm) perfekt.

Bild Okular TSWA38

38mm / 70° Weitwinkelokular von Teleskop-Service (TSWA3Smilie: 8)

 

Einen Passenden Okularauszug fand ich sehr günstig bei den österreichischen Anbieter Teleskop-Austria.at. Es ist ein Linearpower OAZ mit 1:10 Mikrofokus-Einheit welchen ich in der nächsten Zeit an meinen Skywatcher-Dobson montieren.

Bild Linear-Okularauszug

2″ Okularauszug Linear Power

Danach gönnte ich mir noch einen neuen Feldstecher von TecnoSky di Giuliano Monti (Italien). Mir war wichtig viel Licht für wenig Geld. Zwei Feldstecher waren in meiner engeren Auswahl. Ein 11×70 und ein 15×80. Ich entschied mich aufgrund des geringeren Gewichtes für ersteres. Ich habe es nicht bereut. Sternhaufen sind nun deutlich sichtbar und auch das Galaxienpaar M81/M82 lässt sich damit leicht aufsuchen.

Bild Feldstecher 11 x 70

11 x 70 Feldstecher

Das obligatorische „Kosmos Himmelsjahr 2014“ fand dann auch noch den weg zu mir nach Hause. Ich habe mich diesmal für das Professional-Paket entschieden. Bei diesem Paket ist die Planetarium-Software „Redshift 7 Launcher“ enthalten. Für jeden der sich für Astronomie interessiert kann ich das Paket wärmsten empfehlen! Wer es noch nicht hat kann es gleich hier bestellen:

Und er das Himmelsjahr 2014 ohne Redshift möchte kann es hier bestellen:

Alle Sternfreunde bitte gleich vormerken: die nächste Astronomiemesse AME 2014 findet am 13.09.2014 statt. Ich werde wieder dort sein.

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Far Beyond – Planetarische Landschaftsfotografie

Far Beyond – Fantastische Ansichten unseres Sonnensystems

Für die erste Buchbesprechung in meiner neuen Rubrik „Bücher“ hat mir der Frederking & Thaler Verlag das Buch „Far Beyond – Fantastische Ansichten unseres Sonnensystems“  für eine Rezension zur Verfügung gestellt. Ich möchte es hier vorstellen und das Buch auch zum nächsten Vereinstreffen des Astronomischen Vereins Ortenau mitbringen, um es dort zu zeigen.

Bild Far Beyond

FAR BEYOND – Fantastische Ansichten unseres Sonnensystems

Der Autor Michael Benson hat für diesen 208 Seiten starken Bildband die Fotoarchive der NASA und ESA durchforstet. Die ausgesuchten Bilder (ca. 150)  wurden bearbeitet und liegen nun in diesem Bildband in dem beeindruckenden Format 39,5cm x 31cm in einer bestechenden Qualität vor. An dieser Stelle möchte ich erwähnen dass der Bildband auch aufklappbare Seiten enthält. Da hat man auf einmal ein Marspanorama mit mehr als 140cm Länge vor sich; wow!

Far Beyond nimmt den Leser mit auf eine Reise zu Sonne, Mars, den Asteroiden Gürtel, Jupiter und Saturn. Die Reise beginnt mit Erdaufnahmen aus dem Orbit so wie Aufnahmen vom Mond. Weiter geht es zur Sonne mit ihren Eruptionen und Sonnenflecken. Nächste Station ist der Mars. Hier sind Aufnahmen aus dem Orbit und von der Marsoberfläche abgebildet. Beeindruckend sind die Marsstürme und die Wüstengebiete des Planeten. Nach den Asteroiden und dem Kometen „Temple 1“ folgen Bilder von Jupiter mit einen Wolkenbändern, dem roten Fleck und seinen Monden. Den Abschluss bildet der Saturn mit seinen Ringen und seinen Monden.

Far Byond ist ein sehr gelungener Bildband, der den Betrachter mit auf die Monde und Planeten nimmt. Mir als Amateurastronom gefällt er besonders gut. Ich sehe die Objekte normalerweise nur durch das Teleskop. Mit Far Byond habe ich einer Vorstellung wie es vor Ort aussieht. Man bekommt Fernweh nach Orten, die man niemals selbst erreichen wird.

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Beobachtungsnacht 23.08.2013

Beobachtungsnacht 23.08.2013

Am Freitag war ich wieder auf dem Tochtermannsberg bei Hofstetten. Das Wetter war schlecht; es zogen von Westen Richtung Osten immer wieder Wolkenfelder. Der Mond hatte ein Alter von 16t 21h und war zu 90% beleuchtet. Der Grund weshalb ich trotz dieser schlechten Aussichten Beobachten wollte war die Supernova Delphini 2013 und der Kleinplanet Iris, welcher sich seit meiner letzten Beobachtung deutlich fortbewegt hatte. Meine Beobachtungsgeräte waren wieder der 8-24 x50 Zoom-Feldstecher und mein Skywatcher 150/1200 Dobsen.

Die Venus war aufgrund der Wolken nicht zu sehen. Saturn mit Titan im Schlepptau konnte ich nur kurz in vor seinem Untergang in einer Wolkenlücke erspähen.

(7) Iris

Der Kleinplanet (7) Iris konnte ich nach kurzer Suche leicht im Wassermann wiederfinden. Im folgenden Bild ist eingezeichnet, wo ich (7) Iris lokalisieren konnte. Schade, dass das schlechte Wetter mir nicht mehr Beobachtungsmöglichkeiten bot, um die scheinbare Bahn von Iris mit mehr Beobachtungspunkten festhalten zu können.

(7) Iris

Die Beobachtungspunkte von (7) Iris wurden hier eingezeichnet.

Nova Delphini 2013

Nova Delphini 2013 glänzt auch weiterhin im Sternbild Delphin und ist mit dem Feldstecher gut zu finden. Die Helligkeit hat sich auf ca. 5.5m verringert.

Um 22:30 habe ich meine Beobachtungsgeräte nach kurzer Mondschau wieder eingepackt; Der Mond wurde einfach zu hell.

Tochtermannsberg als Landscape für Stellarium

Vor der eigentlichen Beobachtungsnacht habe ich eine Panaorama-Aufnahme vom Tochtermannsberg erstellt. Diese habe ich mit dem Grafikprogramm Gimp bearbeitet und für das Programm Stellarium eine Landscape-Auswahl erstellt.

Tochtermannsberg

Eine Panoramaaufnahme vom Tochtermannsberg für das Programm „Stellarium“.

Der Horizont des Bildes habe ich nicht ausgemessen. Ich habe ihn nach meiner subjektiven Empfindung gesetzt. Wer dieses Landscape selbst für sich nutzen möchte kann es hier downloaden. Die ZIP-Datei enthält einen Ordner mit dem Namen „Tochtermannsberg“. Diesen Ordner in das Verzeichnis ..\Programme\Stellarium\Landscapes kopieren und bei Stellarium im „Himmel- und Anzeigefenster“ die Registerkarte „Landschaft“ wählen. Hier hat man nun den Tochtermannsberg zur Auswahl. Jetzt noch den Haken bei „Verwende den dazugehörigen Planeten und Position“ setzten.

Stellarium Auswahlfenster

Das Auswahlfenster in „Stellarium“

Schon fühlt man sich im Programm Stellarium auf dem Tochtermannsberg versetzt. Viel Spass dabei; der Langenhard folgt bei Gelegenheit.

 

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Kleinplanet (7) Iris und Nova Delphini 2013

Beobachtungsnacht vom 16.08.2013

Hier ein Bericht der Beobachtungsnacht vom 16.08.2013 wo ich Kleinplanet (7) Iris, Nova Delphini 2013 und den Mond beobachtet habe.

Kurz nach Sonnenuntergang war ich auf dem Tochtermannsberg. Meine Beobachtungsgeräte war ein 8-24 x50 Zoom-Feldstecher und mein Skywatcher 150/1200 Dobson; jetzt jedoch mit meinen frisch erworbenen Baader Hyperion Okularen mit 5mm, 10mm und 17mm Brennweiten. Das Seeing war mäßig. Am Südhorizont tauchten häufig dunstige Wolkenformationen auf.

Mein erstes Beobachtungsobjekt in der Dämmerung war die Venus. Die Phase konnte aufgrund der wabernden Luft nur schwer wahrgenommen werden. Der nächste Planet war Saturn der beobachtet wurde. An Monden konnte ich Titan und Tethys sehen so wie die Cassinische Teilung. Aufnahmen mit der Omegon CCD Webcam habe ich nicht erstellt. Das Seeing war für beide Planeten zu schlecht.

 

Kratzer auf dem Mond!

Danach wurde der Mond beobachtet. Er war 9t 22s alt und zu 76% beleuchtet. Der Untergang war erst am 17.08.2013 nach 1:00h MESZ. Er war somit störend für die Beobachtung lichtschwacher Objekte. Dafür bot er sich selbst als Beobachtungsobjekt an. Die meisten Details bietet der Mond entlang am Terminator, der Tag-Nacht-Grenze. Hier konnte ich mit dem neuen 5mm Baader Hyperion Okular punkten. Die Beobachtungen mit dem Okular waren wesentlich klarer und deutlicher als mit dem 6mm Keller Okular, welches bei dem Teleskop dabei war. Da macht das Beobachten Spaß!

Der Mond am 16.08.2013

Der Mond mit der Handy-Kamera (8MP) aufgenommen am 150/1200 Dobson mit 17mm Okular.

Kap Laplace am Montes Jura warf einen scharfen, spitzen Schatten in die Regenbogenbucht. Sehr detailreich zeigte sich der Gebirgszug Montes Riphaeus. Und dann waren noch die drei „Kratzer“ die ich bisher noch nicht gesehen habe. Es handelt sich hierbei um Mondgräben. Die Entstehung dieser bogenförmigen Rillen schreibt man erkalteten Lavaströmen zu. Erst Zuhause konnte ich mit dem Virtual Moon Atlas diese Rillen als Rimae Hippalus identifizieren. Sie ließen sich auch mit dem Handy am 10mm Okular fotografieren, man muss aber schon genau hinsehen um sie zu erkennen. Visuell ließen sich die Rillen wesentlich deutlicher beobachten.

Rimae Hippalus

Die Rimae Hippalus fotografiert am 10mm Okular und Handykamera

Kleinplanet (7) Iris in Opposition

Zum ersten mal habe ich einen Kleinplaneten beobachten können. Es handelte sich um (7) Iris. Iris stand am 16.08.2013 in Opposition und hatte eine Helligkeit von 7,9m im Sternbild Wassermann. In der Beobachtungsnacht zogen weit über dem Horizont immer wieder einige Wolkenfelder, so dass das Auffinden des Kleinplaneten nicht so einfach war. Ich habe die Stelle wo ich den Kleinplaneten beobachtet habe im nächsten Bild markiert. Der Screenshot stammt aus der Software Stellarium.

Kleinplanet (7) Iris am 16.08.2013

Kleinplanet (7) Iris am 16.08.2013 gegen 23:00h. Der Kleinplanet wurde mit einem Grafikprogramm eingezeichnet.

 

Nova Delphini 2013

Gut dass mich Rico im Forum des Astronomischen Vereins Ortenau auf die Nova Delphin 2013 aufmerksam gemacht hat! Ohne diesen hätte ich die zweithellste Nova seit 1974 glatt verpasst. Mit einer Helligkeit von 4,5m war sie im Sternbild Delfin zu finden. Sie war auf dem Tochtermannsberg mit bloßem Auge zu sehen. Man musste aber genau wissen wo sie zu finden war um sie trotz des hellen Mondes zu erspähen. Bemerkenswert war, dass das Sternbild Pfeil wie ein Wegweiser auf die Nova zeigte. Die Nova Delphini 2013 habe ich mit meiner Omegon CCD Webcam ebenfalls aufgenommen. Ich habe ein Video mit ca. 3s Länge aufgenommen um ca. 100 Einzelbilder zu erhalten. Mittels der Gammakorrektur stellte ich die Webcam auf eine hohe Empfindlichkeit ein, was ein starkes Rauschen zur Folge hatte. Das Rauschen wurde beim addieren der Einzelbilder wieder herausgefiltert. Hier das Summenbild als Ergebnis:

Nova Delphini 2013

Nova Delphini 2013. Mit einer Helligkeit von 4,5m ein seltener Anblick am Himmel.

Eine tolle Beobachtungsnacht. Ich hoffe nur, dass die nächste helle Nova nicht wieder 39 Jahre auf sich warten lässt.

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Planetenaufnahmen mit der Omegon CCD Webcam „Solar System Imager“

Die Omegon CCD Webcam

Seit ca. fünf Monaten habe ich die Omegon CCD Webcam „Solar System Imager“. Es handelt sich hierbei um eine USB-Webcam, die direkt in den Okularauszug eingeschoben wird und mit der sich Sonne, Mond und Planetenaufnehmen lassen. Eine ausführliche Beschreibung zu dieser Webcam gibt es auf Astroshop.de, wo ich die Omegon CCD Webcam auch gekauft habe.

Mit der Omegon CCD Webcam werden kurze Videoclips aufgenommen. Danach werden aus dem Video die einzelnen Bilder extrahiert und übereinander gelegt. Dadurch wird ein Summenbild erzeugt. diese Summenbild kann man mit weiteren Werkzeugen wie Filter, Kontrast, Farbtonwerte verbessern. Die Software mit der ich die Videoclips aufnehme und im Anschluss nachbearbeite ist die Freeware „Giotto“.

Wie Aufgenommen wurde

Nachdem einiger Einarbeitungszeit in das Handling der Webcam am Teleskop so wie die Bedienung der Software möchte ich hier meine ersten Bilder vorstellen. Das Teleskop ist mein Bresser 70/700 auf der EQ2 ohne Motornachführung. Mit der dem Teleskop beigefügten Billig-2x-Barlowlinse wurde die Brennweite auf 1400mm verlängert. Ich richte das Teleskop mit der Omegon CCD Webcam auf ein terrestrisches, fernes Ziel und fokussiere es. Im Anschluss wird der Sucher am Teleskop justiert. Als nächstes wird auf einen Planeten geschwenkt und vorsichtig nachfokussiert. Mit dem Plastik Okularauszug am Teleskop und der Barlowlinse ist das eine recht wackelige Angelegenheit. Schon kleine Änderungen können das Planetenscheibchen aus dem Sichtfeld der der Omegon CCD Webcam verschieben. Vor der Videoaufnahme stimme ich noch die Teibereinstellung der Webcam ab zum Beispiel die Gamma-Korrektur mit der ich die Empfindlichkeit einstelle. Dann erfolgt die Aufnahme. Hierzu lasse ich das Planetenscheibchen komplett durch das Blickfeld wandern, stelle die Stundenachse per Hand nach und lasse das Planetenscheibchen erneut das Blickfeld durchwandern; – fertig. Die so entstandene AVI-Datei hat dann eine Länge von ca. 40 Sekunden, hat um die 1200 Bilder und ist etwas über 1 GB groß. Die Aufnahme von Jupiter entstand am 04.03.2013 um 22:18. Saturn habe ich am 27.05.2013 um 22.43h aufgenommen. Um eine Vorstellung der Aufnahmequalität zu erhalten habe ich hier zwei Einzelbilder aus jeweils einem Videoclip von Jupiter und Saturn.

Einzelbilder aus Video

Einzelbilder aus Videoaufnahme von Jupiter und Saturn.

Die Nachbearbeitung

Als nächstes wird aus den Bildern ein Summenbild erzeugt. Einzelbilder aus den Video werden hierbei übereinander gerechnet. „Giotto“ bietet hier eine Vielfalt von Einstellmöglichkeiten. Hervorheben möchte ich die automatische Planetenscheibchen-Zentrierung, erst dadurch ist es möglich die Bilder ohne Nachführmotor übereinander legen zu können. Auch ein automatischer Qualitätscheck und Subpixelgenauigkeit (Auflösungsverbesserung) sind hier starke Werkzeuge. Hier die Summenbilder von Jupiter und Saturn.

Die Sumenbilder

Die Summenbilder von Jupiter und Saturn.

Auffällig sind die Farblichen Artefakte um Jupiter. Die genaue Ursache habe ich noch nicht herausgefunden. Im Verdacht habe ich Reflexionen im Rohr meiner Barlowlinse oder Verzerrungen des Planetenscheibchens wenn ich die Stundenachse händisch zurückdrehe. Es ist ein leichtes, dies Artefakte mit einem Grafik-Programm zu entfernen. Ich habe mich in diesem Fall zu Demonstrationszwecken dagegen entschieden.

Nun geht es weiter mit der Filterfunktionen. Jupiter sieht man deutlich dass es bei der Aufnahme erhebliche chromatische Fehler entstanden sind. Diese können grob mit der RGB-Verschiebung korrigiert werden. Nun wird das Summenbild gefiltert wobei ich Filtertyp (Gauss/Rechteck/Dreieck) und Filterwirkung (100%-600%) so lange anpasse, bis ein ein gutes Ergebnis in der Vorschau angezeigt wird. Zum Abschluss wird noch der Kontrast und Farbton angepasst. Hier das Endergebnis von Jupiter und Saturn.

Das Ergebnis

Jupiter und Saturn, das Endergebnis.

Bei Jupiter ist deutlich der Rote Fleck zu sehen und die Wolkenbänder. Bei Saturn ist sogar die Cassinische Teilung auszumachen. Das mit einer Öffnung von 70mm! Visuell konnte ich bisher weder den roten Fleck noch die Cassinische Teilung beobachten.

Ich nehme Videoclips auch in schwarzweiß auf um den chromatischen Fehler zu verschleiern. Zudem habe ich den Kontrast etwas knackiger gewählt, wodurch mehr Details sichtbar werden. Deutlich sieht man das an den Wolkenbändern des Jupiter. Auch der Saturnring vor dem Planetenscheibchen tritt deutlicher zum Vorschein.

Das Ergebnis in SW

Jupiter und Saturn, das Endergebnis in SW

Diese Aufnahmen sind meine ersten Schritte in der Planetenfotografie. Es ist schon beeindruckend welche Ergebnisse man hier mit sehr einfachen Mitteln erreichen kann. Ich denke dass ich mit den 70mm Bresser noch bessere Aufnahmen erzielen kann. Eine Montierung mit Nachführung so wie eine qualitativ bessere Barlowlinse steht als nächstes auf meinem Wunschzettel. Die Ergebnisse mit dem neuen Equipment werde ich hier in meinem Astronomie-Blog posten.

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Die Mondfinsternis vom 25.04.2013

Am 25.04.2013 fand eine partielle Mondfinsternis statt. Ich war froh dass ich sie beobachten konnte, da in den letzten Wochen die Beobachtungsmöglichkeiten doch sehr schlecht waren. Der Kernschatten der Erde verfinsterte die Mondscheibe weniger als 2%. Der Mond streifte den Erdkernschatten gerade mal 18 Minuten lang. Das machte diese Mondfinsternis zu etwas besonderem; die nächste vergleichbare partielle Mondfinsternis mit weniger 2% im Kernschatten findet erst im Jahr 2034 statt. Auf Wikipedia gibt es eine Liste mit den gesamten Mondfinsternissen für das 21. Jahrhundert. Einige schöne Aufnahmen mit meiner Fuji FinePix HS20 EXR sind mir auch gelungen. Eines davon gibt es hier zu sehen.

Bild Mondfinsternis 25.04.2013

Die partielle Mondfinsternis vom 25.04.2013.

Weiteres zu dieser Mondfinsternis findet man unter www.mondfinsternis.info

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